Die Zunft der dunklen Dichter
20 Fuß unter der Erde
von Darièn de Garde
Germersheim, 28.April.2009
Aus dem Leben
gerissen, entführt und gefangen im nassen-kühlen Grab, 20
Fuß unter der Erde liegt mein Körper totenbleich.
Meiner Stimme beraubt so scheint mir auch die Kraft geraubt, zu
schreien um Hilfe um Rettung und Schutz, dort unten so tief im dunklen
Schmutz....
Was mache ich nur, gehör nicht hier hin, das ergibt keinen Sinn....
Verloren, verlassen, dem Verfall preis gegeben, was einst voller Leben,
voll Kraft, voll Schönheit und Energie, wird nun den Würmern
zum Fraß gereicht.
20 Fuß unter der Erde liegt mein Körper, totenbleich....
Doch fühl ich keinen Schmerz, kein drücken, kein zwicken
gefangen in der Stille um zu finden den Willen der erretten mich kann.
Was ich einst gewesen, dies seidene Wesen aus Fleisch und Blut, liegt
nun tief verborgen im nassen kühlen Grab,
20 Fuß unter der Erde, totenbleich....
Was mache ich nur, gehör nicht hier hin, das ergibt keinen Sinn...
Nun habe ich begriffen, mir wurde das Leben entrissen, entführt
aus den Händen der mich Liebenden, verweile ich hier, um mich
wieder zu finden,
den Sinn des Lebens zu erfassen um mich von ihm davon tragen zu
lassen....
Doch weis ich genau, es ist nicht das Ende, auch ohne Hände, kann
ich greifen die Wände die meinen Körper umgeben, doch
für meinen Geist kein Gefängnis ergeben.
Frei wie ein Vogel, dem Wind unter den Flügeln den Blick gen
Süden der Sonne entgegen, erhebt sich mein Geist aus dem dunklen
Grabe und beginnt zu schweben, dem Licht entgegen....
So viele Antworten ich gesucht, auf alles und noch mehr, offene Fragen
gibt es jetzt nicht mehr....
Was ich einst gewesen, dies seidene Wesen aus Fleisch und Blut, liegt tief verborgen im nassen kühlen Grab,
20 Fuß unter der Erde, totenbleich doch nun ist es mir gleich....
Mein Geist sich nun öffnet zur Schöpfung des Lichts, mir ist
nun bewusst was ich vor langer, langer Zeit schon gewusst,
außerhalb der Grenzen von Zeit und Raum erscheint es mir wie ein
Traum, doch eines sei gewiss, in Gottes Händen es ist...
20 Fuß unter der Erde
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